Das Staubsaugerbeutel-Zertifizierungsprogramm „Dust Protection“
Ziel dieser Produktprüfung ist es die Qualität von Staubsaugerbeuteln zu überprüfen und zu bewerten. Um ein Ranking der Qualität des zertifizierten Produktes mit denen anderer Beutel zu ermöglichen, werden die Ergebnisse der Prüfung von zwei vergleichbaren Staubsaugerbeuteln von namhaften Markenherstellern mit dargestellt.
Die ausgewählten Kriterien bewerten Gebrauchseigenschaften als auch insbesondere Charakteristika der Beutel, die der Minimierung der Feinstaubemissionen dienen.
1.1 Ermittlung des Partikelrückhaltevermögens im Prüfkanal gemäß DIN EN 1822-3
Durchführung von insgesamt 5 Prüfungen am planen Filtermedium (Rondentest) gemäß DIN EN 1822-3 bei einer Mediendurchströmgeschwindigkeit von 20 cm/s. Es wird die Abscheideeffizienz zwischen 0,1 bis 0,3 µm Partikeldurchmesser gemessen, unterteilt in 7 Partikelgrößenbereiche. Die Beurteilung des Partikelrückhaltevermögens erfolgt über den Partikeldurchmesser bei 0,3 µm.
Dieser Partikelgrößenbereich ist von hohem Interesse, da solche Partikel bis in die Alveolen der Lunge vordringen und zum anderen von Filtermedien sehr schwer abzuscheiden sind.
1.2 Ermittlung der Staubspeicherfähigkeit bei gleichbleibendem Saugvolumenstrom sowie konstanter Durchströmungsgeschwindigkeit der Beutelwände
Die staubsaugerunabhängigen Messungen, zur Ermittlung der Staubspeicherkapazität von Staubsaugerbeuteln, werden bei einer durchschnittlichen Durchströmungsgeschwindigkeit der Beutelwände von 20 cm/s durchgeführt. Die Beaufschlagung des Staubsaugerbeutels erfolgt in 50 g Schritten und wird mit dem Prüfstaub DMT Typ 8® durchgeführt, ein synthetischer Hausstaub gemäß der Norm IEC 60312. Die entsprechenden Differenzdrücke werden messtechnisch bis zu ei¬ner Füllung von 500 g des Prüfstaubes erfasst. Diese Prüfung wird unter klimatisierten Bedingungen für die statistische Bewertung dreimal durchgeführt.
Man erhält als Ergebnis einen reproduzierbaren Kennwert für das Staubspeicherungsvermögen von Staubsaugerbeuteln, dem entscheidenden Indikator für die Nutzungsdauer.
1.3 Ermittlung der Festigkeit der Schweißnähte der Staubsaugerbeutel (Streifenzugversuch) sowie der Abzugsfestigkeit der Halteplatte (Trennversuch) in Anlehnung an DIN EN ISO 13934 1
Als Bewertungskriterien dienen die ermittelte Höchstzugkraft bis zum Reißen der Schweißnähte sowie die Trennkraft bis zum Abriss der Halteplatte, die jeweils aus einem Mittelwert von 10 Einzelmessungen berechnet werden.
Moderne Staubsauger sind sehr empfindlich gegenüber Verschmutzung mit Hausstaub, d. h. dass ein Riss eines Staubsaugerbeutels mit Staubaustritt im Betrieb i. a. den Staubsaugerventilator zerstört. Eine hohe Festigkeit der Halteplatte gewährleistet sowohl den Schutz des Staubsaugers, wie auch eine sichere Handhabung bei Entnahme des Beutels.
1.4 Ermittlung der Dichtigkeit des Verschlussdichtringes gegen einen runden Saugrohrstutzen und des geschlossenen Tütenverschlusses unter Druckbelastung
Für diese beiden Prüfungen werden nach Absatz 1.2 gefüllte Staubsaugerbeutel in einer mit gereinigter Luft durchströmten Prüfkammer definierten Druckbelastungen ausgesetzt. Eine bei der Druckbelastung austretende Staubemission wird mit einem Streulichtpartikelzähler gemessen und der Spitzenwert für die Bewertung erfasst.
a) Zur Ermittlung der Dichtigkeit des Verschlussdichtringes gegen ein rundes Saugrohr wird statt letzterem im Versuchsaufbau ein präparierter runder Metallstutzen in die Verschlussöffnung etwa 20 mm tief eingeführt. Der Metallstutzen ist geschlossen. Beim Ausüben einer festgelegten Druckbelastung werden die über Undichtigkeiten zwischen Rohr und Dichtung emittierten Feinstäube aus dem Beutel gemessen.
Bei der Verwendung des Staubsaugers können bei unzureichender Dichtung des Verschlussdichtringes gegen das Saugrohr Stäube aus dem Staubsaugerbeutel in die Beutelkammer austreten. Bei Öffnung der Kammerklappe kann dieser ausgetretene Staub teilweise als Feinstaub freigesetzt werden. Über diesen Test wird die Dichtigkeit des Verschlusses ermittelt und damit das Risiko der Staubbelastung des Nutzers bei der Entnahme des Staubsaugerbeutels.
b) Für die Prüfung der Dichtung des geschlossenen Verschlusses wird der Druckbelastungstest als Falltest durchgeführt. Dabei wird im Prüfraum der gefüllte Beutel in einen sauberen leeren Mülleimer definiert fallen gelassen und eine etwaige Staubleckage mittels der Emissionsmessung erfasst.
Durch diese Prüfung wird die Staubbelastung des Nutzers bei der Entsorgung des Staubsaugerbeutels ermittelt.



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